Fachinformationen und Veranstaltungen

Einladung zur inklusiven Ausstellung im Deutschen    Historischen Museum

Möglichst vielen Menschen möchte das Deutsche Historische Museum den Zugang zu der aktuellen Sonderausstellung

1917. Revolution. Russland und Europa.

ermöglichen und bietet deshalb im Rahmen der Ausstellung eine ganze Reihe barrierefreie und inklusiver Angebote an.

Thematisiert werden die komplexen revolutionären Ereignisse in Russland und deren weitreichende Folgen für Europa, die vielschichtigen Reaktionen und Gegenreaktionen des politischen und gesellschaftlichen Umsturzes mit einem besonderen Blick auf die Gegenwart und aktueller Konflikte  Dabei steht das Begreifen der Geschichte mit allen Sinnen im Vordergrund. So stehen alle Haupttexte in Braille, Großschrift, Leichter Sprache und in Deutscher Gebärdensprache zur Verfügung, die Farbgestaltung ist kontrastreich, die Ausstellungsstücke sind auf unterschiedlichen Ebenen präsentiert und die meisten Vitrinen sind für Rollstuhle unterfahrbar. Auch gibt es inklusive Kommunikations-Stationen, an denen ausgewählte Objekte und Modelle ausprobiert und unterschiedliche Sinneserfahrungen gemacht werden können.

Neben inklusive Führungen für Sehbehinderte und Blinde gibt es auch Gruppenführungen in Einfacher Sprache und in Deutscher Gebärdensprache. Sie finden jeweils mittwochs um 15 Uhr statt.  Im dialogischen Rundgang durch die Ausstellung gebärdet eine staatlich geprüfte Dolmetscherin und verbindet visuelle Informationen mit der Möglichkeit zur Diskussion. Außerdem laden Videos in Deutscher Gebärdensprache zur vertiefenden Auseinandersetzung mit der russischen Revolution ein.

Die Führungen dauern 60 bis 90 Minuten, haben eine maximale Gruppenstärke von 20 Personen und kosten 75€ pro Gruppe. Natürlich kann man auch außerhalb der Gruppe Führungen in DGS in Anspruch nehmen. Der Treffpunkt dafür ist in der Ausstellungshalle des Deutschen Historischen Museums, Unter den Linden 2, 10117 Berlin.

Öffentliche Termine:

  • mit Objektbeschreibungen -jeden 1. Mittwoch im Monat / 15 Uhr / 4€ pro Person zzgl. Eintritt von 8€, erm. 4€
  • mit DGS-Übersetzung – jeden 2. Mittwoch im Monat / 15 Uhr / 4€ pro Person zzgl. Eintritt von 8€, erm. 4€
  • in einfacher Sprache – jeden 3. Mittwoch im Monat / 15 Uhr / 4€ pro Person zzgl. Eintritt von 8€, erm. 4€

Bis 18 Jahren ist der Eintritt frei. Täglich geöffnet von 10-18 Uhr noch bis zum 15. April 2018 (geschlossen am 24. Dezember 2017).

 

14. Dezember 2017; 19 Uhr: „Die Dritte Kerze“ – Ausstellungseröffnung und Chanukka-Fest mit Musik

Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen lädt Sie ein, in die vielfältige und bunte Welt des Ateliers Omanut einzutauchen und Chanukka zu feiern.

„Unter dem Dach der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland bietet das Kunstatelier Omanut jüdischen und nicht-jüdischen Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen eine vielseitige Palette von Angeboten in familiärer Atmosphäre an.
Die künstlerisch orientierte Tagesbetreuung beinhaltet eine Kerzen- und Holzwerkstatt sowie ein Mal-Atelier. Das Atelier bietet die Möglichkeit zur Arbeit mit unterschiedlichsten Techniken: Das Angebot reicht von Buntstiften über Aquarell-, Acryl- und Gouachefarben. Es wird gemalt, gezeichnet, gedruckt, mit Ton, Stein und Holz und vielem mehr gearbeitet. Mosaike werden erstellt und Collagen gebastelt.
Wir freuen uns, Bilder des Ateliers einem interessierten Publikum in einer Ausstellung zeigen zu können. Die Mosaike lassen sich auch über den Tastsinn erfahren. Am Eröffnungsabend, dem 14. Dezember, werden zudem einmalig eine Auswahl von Kerzen zur Ansicht und zum Ertasten ausgestellt. Am gleichen Abend findet eine Live-Audiodeskription der gehängten Bilder statt. Entdecken Sie mit uns an diesem Abend die Tradition des Chanukka-Festes und erleben Sie einen kulinarischen und musikalischen Abend im Kleisthaus. Wir freuen uns, Kantor Daniel Kempin und den Re’ut Chor zu Gast zu haben.

Ausstellungseröffnung mit Chanukka-Fest am 14. Dezember 2017 um 19 Uhr im Kleisthaus

Die Ausstellung ist vom 15. Dezember 2017 bis 12. Januar 2018, montags bis freitags von 9:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.
Gern bieten wir nach Anmeldung barrierefreie Führungen an. Bitte melden Sie sich an über kleisthaus@behindertenbeauftragte.de.“

Eintritt frei und barrierefrei.


BSG – Bundessozialgericht: Krankenkassen müssen zügig über Kostenübernahme entscheiden

Der Paritätische Gesamtverband informiert über das Bundessozialgerichtsurteil und das Krankenkassen zügig über Kostenübernahme entscheiden müssen:

Das Bundessozialgericht (BSG) hat die Rechte von Patientinnen und Patienten gegenüber gesetzlichen Krankenkassen gestärkt. Die Krankenkassen müssen demnach zügig über die Kostenübernahme für eine Behandlung entscheiden. Entscheidet eine gesetzliche Krankenkasse nicht innerhalb der gesetzlichen Frist über den Antrag eines Versicherten, gilt die geforderte Leistung als genehmigt. Das hat das Bundessozialgericht in Kassel am 07.11.2017 klargestellt (Aktenzeichen B 1 KR 15/17 R und B 1 KR 24/17 R).

Laut Gesetz müssen die Krankenkassen innerhalb von drei Wochen über Anträge auf Kostenübernahme für eine medizinische Behandlung entscheiden. Wenn ein Gutachten erforderlich ist, beträgt die Frist für die Krankenkasse fünf Wochen. Versäumt die Kasse diese Fristen, gilt der Antrag als genehmigt.

In den beiden vor dem BSG verhandelten Fällen hatten die Klägerinnen nach einer sehr starken Gewichtsabnahme eine operative Straffung der Bauchhaut beantragt. Die Krankenkasse der Knappschaft Bahn-See ließ sich jedoch zu viel Zeit, um über die Anträge zu entscheiden – in einem Fall über acht Wochen. Da die Versicherte den operativen Eingriff aber noch nicht vornehmen ließ, wollte die Kasse diese Genehmigung für die bevorstehende Operation nicht akzeptieren.

Zu Unrecht, wie das BSG entschied. Die gesetzlichen Fristen zur Antragsgenehmigung seien eingeführt worden, um die Rechte der Patientinnen und Patienten zu stärken. Eine Genehmigung könne eine Kasse nur zurücknehmen, wenn diese rechtswidrig sei. Dies sei hier aber nicht der Fall gewesen.

Der Gesetzgeber wollte mit der sogenannten fingierten Genehmigung die Rechte der Patientinnen und Patienten gezielt stärken. Er schützt damit bewusst das Interesse aller Berechtigten an zeitgerechten Entscheidungen der Krankenkassen. Wäre eine Rücknahme der „fingierten Genehmigung“ möglich, würde dies mittellose Versicherte benachteiligen. Denn Besserverdiener könnten direkt nach Ablauf der Frist und noch bevor die Krankenkasse die fingierte Genehmigung für die Zukunft zurückgenommen habe, die Behandlung aus eigener Tasche bezahlen. Das Geld könnten sie dann von ihrer Versicherung zurückfordern. Mittellose Versicherte hätten diese Möglichkeit nicht.

Presseerklärung mit entsprechenden Hinweisen zur Rechtslage des Bundessozialgerichts: www.bsg.bund.de/SharedDocs/Publikationen/Pressemitteilungen/2017/Pressemitteilung_2017_56.html